JA zu Nähe und Distanz: Die Balance in Bezie­hun­gen finden

Das Thema Nähe und Distanz spielt eine zen­trale Rolle in jeder zwi­schen­mensch­li­chen Bezie­hung. Es betrifft nicht nur roman­ti­sche Part­ner­schaf­ten, son­dern auch Freund­schaf­ten, fami­liäre Bin­dun­gen und beruf­li­che Kon­takte. Um gesunde und erfül­lende Bezie­hun­gen zu gestal­ten, ist es ent­schei­dend, ein bewuss­tes JA sowohl zur Nähe als auch zur Distanz zu finden.

Nähe und Frei­heit: Ein ste­ti­ger Balanceakt

In jeder Bezie­hung bewegt man sich zwi­schen dem Ver­lan­gen nach Nähe und dem Bedürf­nis nach indi­vi­du­el­ler Frei­heit. Die Her­aus­for­de­rung besteht darin, ein Gleich­ge­wicht zu fin­den, das bei­den Bedürf­nis­sen gerecht wird. Ein anschau­li­ches Modell, das diese Dyna­mik ver­an­schau­licht, ist das Kon­zept der drei Räume.

Der erste Raum: Nähe zu mir selbst und meine Freiheit

Der erste Raum steht für den Raum, den du für dich selbst benö­tigst. Hier geht es darum, dei­nen per­sön­li­chen Frei­raum zu schaf­fen, in dem du atmen, wach­sen und deine eige­nen Träume ver­wirk­li­chen kannst. Die­ser Raum sym­bo­li­siert deine Nähe zu dir selbst und dein Bedürf­nis nach Autonomie.

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Fra­gen zur Reflexion:

  • Gestat­test du dir, die­sen Raum zu nutzen?
  • Hast du Schuld­ge­fühle, wenn du dein Bedürf­nis nach Unab­hän­gig­keit aus­lebst und damit viel­leicht auch deine geliebte Per­son berührst?
  • Kannst du ein JA zu dei­nem Stre­ben nach Frei­heit fin­den, auch wenn es Ängste aus­löst, weil die Bezie­hung mög­li­cher­weise zu eng wird?

Ein bewuss­tes JA zu die­sem Raum bedeu­tet, deine Auto­no­mie zu akzep­tie­ren und zu erken­nen, dass du auch in einer Bezie­hung das Recht auf per­sön­li­che Frei­heit hast.

Der zweite Raum: Bedürf­nis nach Nähe und Bindung

Im zwei­ten Raum geht es um dein Bedürf­nis nach Nähe und Bin­dung. Hier erfährst du die Ver­bin­dung zu ande­ren Men­schen, die dir Sicher­heit und Gebor­gen­heit gibt.

Fra­gen zur Reflexion:

  • Wie fühlst du dich in die­sem Raum? Spürst du eine starke Sehn­sucht nach Nähe?
  • Fühlst du dich nur in die­sem Raum sicher und geborgen?
  • Kannst du ein JA zu dei­nem Bedürf­nis nach Bin­dung und Nähe fin­den, auch wenn die Angst besteht, ver­las­sen oder zurück­ge­las­sen zu werden?

Ein JA zu die­sem Raum bedeu­tet, die Angst vor Zurück­wei­sung anzu­neh­men und gleich­zei­tig dein Bedürf­nis nach Nähe als legi­tim und wich­tig zu anerkennen.

Der dritte Raum: Der Raum der gemein­sa­men Beziehung

Der dritte Raum ist der Ort, an dem die Bezie­hung leben­dig wird. Hier geschieht das Mit­ein­an­der – durch gemein­same Akti­vi­tä­ten, Gesprä­che und den Aus­tausch von Ideen und Träu­men. Die­ser Raum steht für das Gleich­ge­wicht zwi­schen Nähe und Frei­heit sowie für ein har­mo­ni­sches Miteinander.

Fra­gen zur Reflexion:

  • Gibt es in dei­nen Bezie­hun­gen genü­gend Inter­ak­tion in die­sem drit­ten Raum?
  • Ver­harrst du oft in einem NEIN, weil du das Gefühl hast, nicht genü­gend Frei­heit oder Nähe zu haben?
  • Akzep­tierst du, dass dein Gegen­über mög­li­cher­weise andere Bedürf­nisse hat als du selbst?

Es ist jetzt an der Zeit, ein kla­res JA zu fin­den – JA zu dei­nem Bedürf­nis nach Frei­heit, JA zu dei­nem Bedürf­nis nach Nähe und JA zur Erkennt­nis, dass ein aus­ge­wo­ge­nes Gleich­ge­wicht manch­mal her­aus­for­dernd sein kann. Die­ses JA befä­higt dich, klare Ent­schei­dun­gen zu tref­fen, wenn eine Bezie­hung nicht genü­gend Raum für beide Bedürf­nisse bietet.

Schluss­fol­ge­rung: Die Kraft des JA in Beziehungen

Das bewusste JA zu Nähe und Distanz in den ver­schie­de­nen Räu­men dei­ner Bezie­hun­gen ist der Schlüs­sel zu einem erfüll­ten und aus­ge­wo­ge­nen Leben. Es geht darum, sowohl deine eigene Frei­heit als auch deine Sehn­sucht nach Nähe anzu­er­ken­nen und in Ein­klang zu brin­gen. Die­ses JA ermög­licht es dir, authen­ti­sche Bezie­hun­gen zu leben, in denen sowohl du als auch die ande­ren genü­gend Raum zum Atmen haben – in der Nähe und in der Distanz.

Portrait Marion Wandke

Marion Wandke

Seit über 15 Jahren beschäftige ich mich mit der Frage, wie Menschen in komplexen Lebensphasen innerlich klar und handlungsfähig bleiben können. Mich interessieren besonders die Wechselwirkungen zwischen Denken, Fühlen und Körperwahrnehmung – dort, wo Selbstregulation gefordert ist.

Ich arbeite heute als Resilienz-Coachin mit Fokus auf humanistischer Psychologie und Psychotherapie, Neurowissenschaften und Embodiment. Mein Schwerpunkt liegt auf Selbstführung und Selbstregulation als Schlüsselkompetenz. Ich bin überzeugt, dass echte innere Stärke aus Klarheit, Werteorientierung und Selbstführung entsteht.

Mehr über mich und meine Arbeit findest du auf meiner “Über-mich”-Seite.