Über­ver­ant­wor­tung

Ori­en­tie­rung, wenn du zu viel Ver­ant­wor­tung trägst

Über­ver­ant­wor­tung –
Ori­en­tie­rung, wenn du zu viel Ver­ant­wor­tung trägst

Du spürst viel­leicht, dass du zu viel Ver­ant­wor­tung trägst. Dass du dich ver­ant­wort­lich fühlst für Dinge, die eigent­lich nicht allein in dei­ner Hand lie­gen. Dass du ein schlech­tes Gewis­sen hast, wenn du Nein sagst, und gleich­zei­tig erschöpft bist von den vie­len JAs, die du gibst.

Viel­leicht kennst du das: Du küm­merst dich um andere, bevor du an dich sel­ber denkst. Du spürst, wenn jemand schlecht gelaunt ist, und fragst dich sofort, ob du etwas falsch gemacht hast. Du erklärst dich, recht­fer­tigst dich und ver­suchst, es rich­tig zu machen. Am Ende fühlst du dich viel­leicht emo­tio­nal leer und erschöpft.

Wenn das so ist, bist du hier rich­tig. Auf die­ser Seite geht es um Über­ver­ant­wor­tung als Mus­ter, das ver­stan­den wer­den will und nicht als Pro­blem, das du schnell behe­ben kannst.

Wie ich selbst auf die­ses Thema gesto­ßen bin

In mei­nen ers­ten Jah­ren als Füh­rungs­kraft wurde meine ToDo-Liste län­ger und län­ger. Ich mochte meine Arbeit, über­nahm gerne Ver­ant­wor­tung und war über­haupt sehr enga­giert. Und Auf­ga­ben fin­den immer ihren Weg zu Men­schen, die genau das mitbringen…

Irgend­wann wurde mir das Mus­ter dahin­ter klar, das natür­lich viel mit mei­ner Bio­gra­fie zu tun hatte. Aber ver­än­dert hat sich dadurch erst ein­mal wenig. Im nächs­ten Mee­ting, in der nächs­ten Situa­tion lief es wie­der genauso ab – der Impuls war schnel­ler als jeder gute Vorsatz.

Das hat mich damals ziem­lich frustriert.

Ver­än­dert hat sich etwas, als ich begann, mich in mei­nen psy­cho­lo­gi­schen und psy­cho­the­ra­peu­ti­schen Aus­bil­dun­gen mit kör­per­ori­en­tier­ten Ansät­zen zu beschäf­ti­gen, ins­be­son­dere mit Soma­tic Expe­ri­ence. Dort habe ich end­lich ver­stan­den, warum Erken­nen alleine nicht reicht. Und was es braucht, damit sich ein Mus­ter tat­säch­lich verändert.

Heute begleite ich Men­schen, die an einem ähn­li­chen Punkt ste­hen: Sie wis­sen längst, was sie anders machen wol­len – es gelingt nur nicht. Und genau da setze ich an.

Was Über­ver­ant­wor­tung mit dir macht

Wenn du mit Über­ver­ant­wor­tung lebst, spürst du das ver­mut­lich an ver­schie­de­nen Stellen:

Du bist erschöpft, selbst wenn du dich aus­ruhst und die Kraft ein­fach nicht zurückkommt.

Du fühlst dich ver­ant­wort­lich für Dinge, die du gar nicht kon­trol­lie­ren kannst, für die Stim­mung ande­rer, für Kon­flikte, die ent­ste­hen, für Pro­bleme, die in Wirk­lich­keit nicht deine sind.

Du hast ein schlech­tes Gewis­sen, wenn du dich abgrenzt, wenn du Nein sagst oder wenn du nicht hilfst, obwohl du könntest.

Du ärgerst dich manch­mal über andere, die sich ein­fach zurück­leh­nen, oder über dich selbst, weil du schon wie­der zu viel über­nom­men hast.

Und du ver­lierst den Kon­takt zu dem, was das Wich­tigste ist: zu dei­nen Bedürf­nis­sen, zu dei­ner Ori­en­tie­rung und zu dem, was dir wirk­lich wich­tig ist.

Das ist nicht nur anstren­gend, das kos­tet auf Dauer deine Gesund­heit, kör­per­lich und psychisch.

Warum das kein Zei­chen von Wil­lens­schwä­che ist

Über­ver­ant­wor­tung ist kein Zei­chen von Wil­lens­schwä­che oder man­geln­der Dis­zi­plin. Es ist ein Mus­ter, das du gelernt hast, meist früh und meist aus guten Gründen.

Kin­der ler­nen, was ihnen Sicher­heit gibt. Wenn ein Kind spürt, dass ein Eltern­teil über­for­dert ist, wird es ver­su­chen zu hel­fen. Wenn Kon­flikte uner­wünscht sind und ver­mie­den wer­den, lernt es, Stim­mun­gen ande­rer zu lesen und zu regu­lie­ren. Wenn Leis­tung belohnt wird, strengt es sich an.

Das ist keine bewusste Stra­te­gie. Das ist, was das Ner­ven­sys­tem tut. Es passt sich an, ver­sucht Stress zu ver­mei­den, sucht nach Sicher­heit und fin­det Wege, um dazuzugehören.

Und genau diese Mus­ter blei­ben im Ner­ven­sys­tem gespei­chert, auch dann, wenn die ursprüng­li­che Situa­tion längst vor­bei ist, auch wenn du heute erwach­sen, selbst­stän­dig und kom­pe­tent bist.

Dein Sys­tem reagiert in bestimm­ten Momen­ten so, als müss­test du immer noch auf­pas­sen, als wärst du ver­ant­wort­lich, als müss­test du es richten.

Das ist keine bewusste Ent­schei­dung, son­dern eine neu­ro­bio­lo­gi­sche Prägung.

Was ich in mei­ner Arbeit immer wie­der sehe

In mei­ner Arbeit begegne ich die­sem Mus­ter stän­dig. Frauen, die kom­pe­tent sind, reflek­tiert und stark, erschöp­fen sich trotz­dem, weil sie zu viel Ver­ant­wor­tung tragen.

Sie kom­men mit kon­kre­ten The­men: Sie kön­nen nicht Nein sagen, haben stän­dig ein schlech­tes Gewis­sen, füh­len sich für alles zustän­dig und sind müde, gereizt oder leer.

Wenn wir tie­fer schauen, zeigt sich fast immer: Das ist kein iso­lier­tes Pro­blem, son­dern ein Mus­ter, das in der Kind­heit ent­stan­den ist und sich durch ihr gan­zes Leben zieht.

Die­ses Mus­ter lässt sich nicht mit schnel­len Tipps lösen, nicht mit Lis­ten zur Selbst­für­sorge, nicht mit Affir­ma­tio­nen und nicht mit dem hun­derts­ten Rat­ge­ber über Abgrenzung.

Es braucht einen ande­ren Zugang, einen, der tie­fer geht.

Warum schnelle Lösun­gen nicht greifen

Viel­leicht hast du schon ver­sucht, daran zu arbei­ten. Hast dir vor­ge­nom­men, öfter Nein zu sagen, hast Gren­zen gesetzt und dich dann doch wie­der schul­dig gefühlt. Hast gele­sen, dass du bes­ser für dich sor­gen sollst und du doch die wich­tigste Per­son in dei­nem Leben bist. Aber irgend­wie klappt das nicht.

Das liegt nicht daran, dass du zu wil­lens­schwach bist oder dass du es nicht rich­tig machst.

Es liegt daran, dass Über­ver­ant­wor­tung kein Ver­hal­tens­pro­blem ist, son­dern ein Mus­ter, das in dei­nem Ner­ven­sys­tem ver­an­kert ist.

Solange dein Sys­tem auf Ich bin ver­ant­wort­lich“ pro­gram­miert ist, wirst du immer wie­der in alte Reak­tio­nen fal­len, auch wenn du kogni­tiv weißt, dass es nicht deine Auf­gabe ist, auch wenn du dir fest vor­nimmst, es anders zu machen.

Des­halb grei­fen Lis­ten nicht, des­halb funk­tio­nie­ren Affir­ma­tio­nen nicht und des­halb hilft auch der beste Rat­ge­ber dir nicht dau­er­haft weiter.

Es geht nicht darum, dich mehr anzu­stren­gen, son­dern darum, das Mus­ter zu ver­ste­hen und es dann Schritt für Schritt zu verändern.

Wie Ver­än­de­rung mög­lich wird

Über­ver­ant­wor­tung zu ver­än­dern bedeu­tet, dein Ner­ven­sys­tem neu zu regu­lie­ren. Das ist kein kogni­ti­ver Pro­zess. Du kannst dir nicht ein­fach vor­neh­men, weni­ger ver­ant­wort­lich zu sein.

Aber du kannst ler­nen, die Signale dei­nes Kör­pers wahr­zu­neh­men, zu spü­ren, wann du in alte Mus­ter rutschst, und zu erken­nen, was eigent­lich deine Ver­ant­wor­tung ist und was nicht.

Du kannst ler­nen, deine Gren­zen nicht nur zu den­ken, son­dern zu füh­len, und Schuld­ge­fühle aus­zu­hal­ten, ohne sofort nachzugeben.

Das braucht Zeit, Geduld und viel­leicht auch eine Beglei­tung, die den Pro­zess versteht.

Das ist kein Werk­zeug­kas­ten, den du abar­bei­test. Das ist Persönlich­keits­entwicklung, die nicht nur dein Ver­hal­ten ver­än­dert, son­dern deine gesamte Art, in Bezie­hun­gen zu sein.

Was ich anders mache

Ich arbeite nicht mit schnel­len Lösun­gen. Ich arbeite mit dem, was dar­un­ter liegt: mit den neu­ro­bio­lo­gi­schen Zusam­men­hän­gen, mit den alten Prä­gun­gen und mit den Mus­tern, die im Ner­ven­sys­tem gespei­chert sind.

Ich glaube nicht an Selbst­op­ti­mie­rung. Ich glaube an Persönlich­keits­entwicklung.

Daran, dass du ver­ste­hen kannst, warum du so reagierst, wie du reagierst, und dass du dann neue Wege fin­den kannst, nicht über Nacht, aber trag­fä­hig und dau­er­haft.

Die­ser Weg braucht Aus­ein­an­der­set­zung und die Bereit­schaft, genauer hin­zu­schauen. Aber er führt zu einer Ver­än­de­rung, die funktioniert.

Für wen die­ser Weg passt

Die­ser Ansatz ist nichts für Men­schen, die schnelle Lösun­gen suchen, und auch nichts für Men­schen, die glau­ben, sie müss­ten nur die rich­tige Methode finden.

Die­ser Ansatz passt für dich, wenn du schon ver­schie­dene Dinge aus­pro­biert hast und merkst, dass ober­fläch­li­che Stra­te­gien nicht greifen.

Wenn du bereit bist, dich mit den tie­fe­ren Ursa­chen aus­ein­an­der­zu­set­zen, wenn du ver­ste­hen willst, warum du so reagierst, wie du reagierst, und wenn du Zeit und Raum für echte Ent­wick­lung geben kannst.

Wenn du eine fach­lich fun­dierte, neu­ro­bio­lo­gisch ori­en­tierte Beglei­tung suchst, bist du hier richtig.

Was du hier findest

Auf die­ser Seite und den ver­link­ten The­men­sei­ten bekommst du:

  • Arti­kel zu Über­ver­ant­wor­tung, Schuld­ge­füh­len, Abgren­zung und inne­ren Antrei­bern, fach­lich fun­diert, aber ver­ständ­lich geschrieben.
  • Impulse und Hin­ter­grund­wis­sen aus Neu­ro­bio­lo­gie und Psychologie
  • Prak­ti­sche Ansatz­punkte für dei­nen Alltag

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Portrait Marion Wandke

Marion Wandke

Seit über 15 Jah­ren beschäf­tige ich mich mit der Frage, wie Men­schen in kom­ple­xen Lebens­pha­sen inner­lich klar und hand­lungs­fä­hig blei­ben kön­nen. Mich inter­es­sie­ren beson­ders die Wech­sel­wir­kun­gen zwi­schen Den­ken, Füh­len und Kör­per­wahr­neh­mung – dort, wo Selbst­re­gu­la­tion gefor­dert ist.

Ich arbeite heute als Resi­li­enz-Coa­chin mit Fokus auf huma­nis­ti­scher Psy­cho­lo­gie und Psy­cho­the­ra­pie, Neu­ro­wis­sen­schaf­ten und Embo­di­ment. Mein Schwer­punkt liegt auf Selbst­füh­rung und Selbst­re­gu­la­tion als Schlüs­sel­kom­pe­tenz. Ich bin über­zeugt, dass echte innere Stärke aus Klar­heit, Wer­te­ori­en­tie­rung und Selbst­füh­rung entsteht.

Mehr über mich und meine Arbeit fin­dest du auf mei­ner Über-mich“-Seite.